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Allgemeines
In der Urlaubszeit kommt es immer wieder dazu, dass Schwimmer oder Taucher in Kontakt mit Quallen geraten. Zum Glücksind die meisten dieser Tiere harmlos, gefährlich werden können eigentlich nur die sogenannten "Feuerquallen". Diese erkennt man an ihrer rötlichen oder bläulichen Färbung. Solche Quallen haben oft extrem lange Fäden (20 Meter und mehr), die bei Kontakt mit der Haut zu starkem Juckreiz, Ausschlag und Schmerzen führen können. Auch wenn dieses Brennen zum Teil sehr unangenehm sein kann, besteht normalerweise keine Lebensgefahr. Gefährlich werden kann es eigentlich nur, wenn jemand stark allergisch auf das Gift der Qualle reagiert oder aber durch den Kontakt und das plötzliche Brennen auf der Haut in Panik gerät.

Vorkommen
In der Nordsee kommen Quallen bei warmen Wassertemperaturen und Ostwind vermehrt in Ufernähe. In die westliche Ostsee gelangen Feuerquallen aus der Nordsee kommend. Im Mittelmeer kommen im Hochsommer häufig große Schwärme der etwa fünf Zentimeter großen "Leuchtqualle" vor, die starke Hautreizungen auslösen kann. Die Qualle mit dem gefährlich klingenden Namen "Portugiesische Galeere" tritt meist im westlichen Mittelmeer und im südlichen Atlantik auf. Die "Portugiesische Galeere" ist im Wasser nur sehr schwer zu erkennen (eine kleine, leicht bläuliche Blase), hat unter Wasser aber 20 Meter lange Nesseln, die bei Hautkontakt zu starken Schmerzen führen können. Ab und zu wird die "Galeere" auch ans Ufer gespült, in diesem fall sollte man Berührungen unbedingt vermeiden.

Erste Hilfe
Um ihre Feinde zu töten besitzt die Qualle an ihren langen Fangarmen zahlreiche Nesseln (pro Zentimeter bis zu 1000 Stück), die bei Kontakt mit einer Beute (oder auch mit einem Schwimmer) abbrechen und ein Nervengift in das Opfer injizieren. Ist das Gift erst einmal in den Körper eingedrungen, lässt es sich nicht mehr entfernen. Daher sollten die wichtigsten Maßnahmen in der ersten Hilfe darin bestehen, zu verhindern, dass das Gift in den Körper gelangt. Die an der Haut klebenden Nesseln müssen also schnell entfernt werden. Hierzu gibt es jede Menge Hausmittel und Privatrezepte, einig ist man sich jedoch in folgenden Punkten:

Feuerqualla

Eine ca. 16 cm lange Portugiesische Galeere am Strand von Teneriffa.

1. Haut abwaschen
Die Fäden nicht mit Alkohol oder Süßwasser abwaschen. Dies würde dazu führen, dass die restlichen Nesseln aufplatzen und ihr Gift absondern. Am besten eignet sich Meerwasser dazu, da dies für die Qualle eine "normale" Umgebung ist und keine Reaktion bei den Nesselzellen auslöst.
Wenn möglich, sollte der Helfer oder der Patient Schutzhandschuhe tragen!

2. Nesseln entfernen
Einigkeit herrscht darüber, dass die Nesseln schnell von der Haut entfernt werden müssen. Wie dies jedoch am besten gemacht werden soll, ist umstritten. Viele Tauscher berichten, dass sie gute Erfahrungen damit gemacht haben, feinen Sand auf die Hautstellen zu streuen. Wenn der Sand trocknet, bleiben die Nesselfäden darin hängen und können dann vorsichtig mit einem stumpfen Gegenstand (z.B. einer Bankkarte oder Kinderschaufel) von der Haut geschabt werden. Immer wieder hört man auch den Tipp, Rasierschaum auf die Wunde aufzutragen und diesen im getrockneten Zustand abzuschaben. Vorsichtig sollte man hingegen mit der Benutzung von Essig, Backpulver, Mehl oder Zucker sein. Zwar führt Essig dazu, dass die Haut sich kälter anfühlt und nimmt damit subjektiv etwas vom Schmerzreiz, allerdings kann Essig - ähnlich wie Alkohol - auch dazu führen, dass die Nesselzellen platzen.
Auf keinen Fall sollte man versuchen, die Quallenfäden mit einem Handtuch oder den bloßen Händen "abzurubbeln"!

3. Quallenverbrennungen versorgen
Nachdem die Nesseln entfernt wurden, sollte die Wunde gekühlt werden. Bei großflächigen Verbrennungen kann man auch einen einfachen sterilen Verband anlegen. Salben oder Gels wie Fenistil können helfen, den Juckreiz und die Schmerzen zu lindern.

4. Wann den Rettungsdienst alarmieren?
Der Rettungsdienst sollte alarmiert werden, wenn es sich um sehr große Quallenverbrennungen handelt, der Patient sehr starke Schmerzen hat oder es zu Anzeichen von einem allergischen Schock kommt. Aber auch wenn man sich unsicher ist, was den Schweregrad der Verletzung angeht, kann die Wasserwacht oder der Rettungsdienst hinzugezogen werden.

Taucher aufgepasst: Beim Ausziehen des Tauchanzuges kann es schnell zu Quallenverbrennungen kommen, da die Nesseln gerne im Neopren hängenbleiben!




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